Vereinfache dein Leben durch Ordnung

Graue Panther Solothurn, Vortrag von Ordnungsprofi, Autor und Coach Selim Tolga

Von Gundi Klemm, Solothurner Zeitung

Wer Bilder von Messie-Wohnungen gesehen hat, wo alles gesammelt, aufbewahrt und planlos chaotisch übereinander gestapelt liegt, der ruft gerne nach einem Ordnungsprofi wie Selim Tolga. Aber sich vom Zuviel an Dingen zu trennen, die durchs Leben begleitet und irgendwann mal Freude bereitet haben, ist eben doch ein hartes Stück konsequenter Arbeit. Selim Tolga, der es mit Ordnungsprinzipien von Kindesbeinen an sehr genau nahm und heute einen professionellen und zertifizierten Aufräum-Service mit theoretischer Unterstützung anbietet, weiss, wie persönlich belastend auf die Dauer ein Durcheinander in Haushalt und Schränken, in der Büroorganisation oder im Computer wirkt. Mit der Feststellung: „Wir müssen uns von überflüssigen Dingen trennen, um für das Wesentliche in unserem Leben mehr Zeit zu haben“, fand er bei seiner weit über 80 Personen grossen Zuhörerschaft durchaus Verständnis. Sie alle wollten wissen, wie man gute Vorsätze umsetzt in den Kraftakt, der von Ballast befreit. Den Trend, der über Deutschland aus den USA mit dem Buchtitel „Simplify your life“(Vereinfache dein Leben) in die Schweiz gekommen ist, hat Tolga auf hiesige Verhältnisse zugeschnitten. Sein Rezept fürs Ordnung-Schaffen besteht in „4 mal M“. Man startet mit der „Mission“, in dem man sich klar wird über persönliche Werte, Wünsche und Ziele. Das zweite M steht für „Minimieren“.  Sein Rezept zur Reduzierung lautet: verteile alles, was du gehortet, ein Jahr nicht mehr in der Hand hattest und dir überflüssig erscheint, in fünf Kartonschachteln, die mit „Behalten/Weggeben/Platzwechsel/Unsicher/Abfall“ bezeichnet sind. Das dritte M bedeutet „Methodisieren“, um Gegenständen, die planlos umherliegen eine neue Ordnung zu geben. Das vierte M heisst „Minimalismus“ und verankert im Bewusstsein, dass man mit wenig zufrieden sein kann und nur das bei sich behält, was wirklich gebraucht wird. Vor allem, so lautete Tolgas Rat, solle man sich innerlich gegen die dauerhafte Verführung durch Angebote wappnen. Ein grosses Problem, das vor allem die ältere Generation kennt, ist das „Loslassen“, sich von Dingen zu trennen, die allesamt mit Biografie und erst recht mit Emotionen verbunden sind. Auch das unterschwellige Gefühl „das könnte ja noch nützlich sein“, ist älteren Menschen besonders vertraut. Jeder weiss natürlich, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und man am Lebensende nichts mitnehmen kann. Deshalb die Frage: was würdest du, um dein Leben übersichtlicher und einfacher zu gestalten, im Fall von Gefahr etwa bei Feuer, Erdbeben oder bei Ueberschwemmung retten?

Mit „Aufräum-Tipps“ gab der Referent seinem Publikum weitere Empfehlungen an die Hand: für alles Wichtige in der Wohnung „Parkplätze“ definieren, Einkaufsmanipulationen widerstehen, Aufgaben sofort erledigen und nicht auf die lange Bank schieben, ungeliebte Geschenke nicht endlos konservieren und bei allen Gegenständen nur das Beste behalten. Denn Weniger sei immer Mehr.

24. GV der Grauen Panther Solothurn, März 2017

24. Generalversammlung der Grauen Panther mit vielfältigen Informationen

Von Gundi Klemm, Solothurner Zeitung

Den wichtigsten Geschäftsteil der von rund 90 Vereinsmitgliedern besuchten Generalversammlung bildete die vorgestellte Auswertung einer „Chropfläärete“– Zusammenkunft anfangs Januar. Hartwig Roth, zugleich Finanzverantwortlicher im 311 Angehörige umfassenden Verein, hatte gemeinsam mit dem Vorstand geäusserte Wünsche und Kritik zu vier Themenkreisen übersichtlich analysiert. Er erläuterte Programm- und Angebotsvielfalt der Vereinigung, bei der Vernetzung und vielleicht sogar mehr Kooperation mit anderen Organisationen angeregt wurde. Beibehalten werden sollen die im zwei-Wochen-Turnus durchgeführten Anlässe, die sich weiterhin neben dem beliebten Spielen und Wandern vielfältigen Themen aus Politik und Gesellschaft widmen. Die mit viel Beifall wiedergewählte Präsidentin Silvia Wälchli machte im Sinn möglicher Angebotserweiterung  auf bevorstehende Veranstaltungen aufmerksam wie etwa die Teilnahme der Grauen Panther bei der Durchführung von „Platz da“, an der sich am 19. Mai Junge und Junggebliebene am frühen Abend zum gemeinsamen Spiel auf dem Kronenplatz treffen. Am 16. Mai geht es um Informationen zur Rentenreform, über die bekanntlich im Herbst abgestimmt wird. Zum wichtigen Jahresthema wird aber die Rentenbesteuerung. Vorstandsmitglied Miguel Misteli zeigte an Zahlen auf, dass die Besteuerung insbesondere für Rentnerpaare seit 1994 in Solothurn um 116 Prozent gestiegen sei. Um für den Abbau dieser doch erheblichen Belastung Gehör zu finden, soll eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Pro Senectute gegründet werden mit dem Ziel, diverse Aktionen bis hin zur Volksinitiative zu entwickeln. Aus der Mitte der Versammlung meinte eine Pantherin kämpferisch, unter diesem Fokus müsse man die bevorstehende Wahl in den Regierungsrat besonders sorgfältig treffen.

Beitragserhöhung

Um für diese zahlreichen, stets gut besuchten Aktivitäten auch über die nötigen Finanzen zu verfügen, beschloss die Versammlung einstimmig, die Mitgliederbeiträge leicht anzuheben. Einzelmitglieder zahlen jährlich statt bisher 30.- jetzt 40 Franken. Paare entrichten nun 60.- statt 40 Franken. Und Institutionen fördern die Vereinigung neu mit 75 (vorher 50.-) Franken. Das ergibt Mehreinnahmen von rund 3000 Franken, die dem Budget wieder zu „schwarzen Zahlen“ verhelfen. Denn die letzten Jahresabschlüsse wiesen Verluste um jeweils 2000 Franken auf, die laut Roth das Eigenkapital von aktuell 16 400 Franken in Kürze aufgezehrt hätten. Da die Grauen Panther zu ihren Vorträgen und Diskussionen immer auch Aussenstehende einladen und dies als wichtige Dienstleistung an der Oeffentlichkeit erachten, sollen Besuchende auf eine Spende fürs „Anlasskässeli“ aufmerksam gemacht werden. „Wir unternehmen viel für ältere Mitbürgerinnen und –bürger. Deshalb sollten wir bei der Stadt Solothurn vorstellig werden und um eine Unterstützung bitten“, riet Anna Stadelmann, um die Vereinsfinanzen in der Balance zu halten.

Zahlreiche Verabschiedungen

Bedauert wurde die Demission von Fidel Grüninger aus dem Vorstand. Er bleibt allerdings Mitglied im städtischen Seniorenrat. Statt der sehr beliebten Französisch-Lehrerin Annelies Kradolfer wird künftig Verena Wälti am Freitagmorgen im Baseltor zur frankophonen Konversation einladen. Statt Doris Schumacher vertritt Miguel Misteli die Belange der Grauen Panther in der Dachorganisation VASOS. Die bisherige Spielchefin Li Sägesser legt ihr Amt in die Hände von Susi Wanner. Mit liebevollen Worten unter dem Leitsatz „Leben, Lieben und Verzeihen“ gedachte Fidel Grüninger der neun, im  letzten Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder.

Viel ehrenamtliche Arbeit

Die Gestaltung des Jahresprogramms mit interessanten Themen und Referenten, die Vertretung der Institution und ihrer Mitglieder auf allen Ebenen ist, wie Vizepräsidentin Irène Privé temperamentvoll ausführte, mit Engagement und Zeitaufwand verbunden. Deshalb bestätigte die Versammlung neben Präsidium und Vize alle übrigen Vorstandmitglieder (Anna Hartmann, Miguel Misteli, Rosemarie Ledermann, Hans Rüd, Susi Wanner, Otto Naef und Hartwig Roth) mit herzlichem Dank. Der frühere Präsident Hans Christen lobte die umsichtige Vereinsführung. Aus dem städtischen Sozialwesen hiess es im Grusswort von Domenika Senti: „Ihr Grauen Panther seid wichtiger denn je“. Mit Musik von Fritz Geissberger ging der Nachmittag im Alten Spital gesellig weiter.