Vereinfache dein Leben durch Ordnung

Graue Panther Solothurn, Vortrag von Ordnungsprofi, Autor und Coach Selim Tolga

 

Von Gundi Klemm

 

Wer Bilder von Messie-Wohnungen gesehen hat, wo alles gesammelt, aufbewahrt und planlos chaotisch übereinander gestapelt liegt, der ruft gerne nach einem Ordnungsprofi wie Selim Tolga. Aber sich vom Zuviel an Dingen zu trennen, die durchs Leben begleitet und irgendwann mal Freude bereitet haben, ist eben doch ein hartes Stück konsequenter Arbeit. Selim Tolga, der es mit Ordnungsprinzipien von Kindesbeinen an sehr genau nahm und heute einen professionellen und zertifizierten Aufräum-Service mit theoretischer Unterstützung anbietet, weiss, wie persönlich belastend auf die Dauer ein Durcheinander in Haushalt und Schränken, in der Büroorganisation oder im Computer wirkt. Mit der Feststellung: „Wir müssen uns von überflüssigen Dingen trennen, um für das Wesentliche in unserem Leben mehr Zeit zu haben“, fand er bei seiner weit über 80 Personen grossen Zuhörerschaft durchaus Verständnis. Sie alle wollten wissen, wie man gute Vorsätze umsetzt in den Kraftakt, der von Ballast befreit. Den Trend, der über Deutschland aus den USA mit dem Buchtitel „Simplify your life“(Vereinfache dein Leben) in die Schweiz gekommen ist, hat Tolga auf hiesige Verhältnisse zugeschnitten. Sein Rezept fürs Ordnung-Schaffen besteht in „4 mal M“. Man startet mit der „Mission“, in dem man sich klar wird über persönliche Werte, Wünsche und Ziele. Das zweite M steht für „Minimieren“.  Sein Rezept zur Reduzierung lautet: verteile alles, was du gehortet, ein Jahr nicht mehr in der Hand hattest und dir überflüssig erscheint, in fünf Kartonschachteln, die mit „Behalten/Weggeben/Platzwechsel/Unsicher/Abfall“ bezeichnet sind. Das dritte M bedeutet „Methodisieren“, um Gegenständen, die planlos umherliegen eine neue Ordnung zu geben. Das vierte M heisst „Minimalismus“ und verankert im Bewusstsein, dass man mit wenig zufrieden sein kann und nur das bei sich behält, was wirklich gebraucht wird. Vor allem, so lautete Tolgas Rat, solle man sich innerlich gegen die dauerhafte Verführung durch Angebote wappnen. Ein grosses Problem, das vor allem die ältere Generation kennt, ist das „Loslassen“, sich von Dingen zu trennen, die allesamt mit Biografie und erst recht mit Emotionen verbunden sind. Auch das unterschwellige Gefühl „das könnte ja noch nützlich sein“, ist älteren Menschen besonders vertraut. Jeder weiss natürlich, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und man am Lebensende nichts mitnehmen kann. Deshalb die Frage: was würdest du, um dein Leben übersichtlicher und einfacher zu gestalten, im Fall von Gefahr etwa bei Feuer, Erdbeben oder bei Ueberschwemmung retten?

Mit „Aufräum-Tipps“ gab der Referent seinem Publikum weitere Empfehlungen an die Hand: für alles Wichtige in der Wohnung „Parkplätze“ definieren, Einkaufsmanipulationen widerstehen, Aufgaben sofort erledigen und nicht auf die lange Bank schieben, ungeliebte Geschenke nicht endlos konservieren und bei allen Gegenständen nur das Beste behalten. Denn Weniger sei immer Mehr.

24. GV der Grauen Panther Solothurn, März 2017

Solothurn - Politisch und gesellschaftlich aktiv

24. Generalversammlung der Grauen Panther mit vielfältigen Informationen

 

Von Gundi Klemm, Solothurner Zeitung

Den wichtigsten Geschäftsteil der von rund 90 Vereinsmitgliedern besuchten Generalversammlung bildete die vorgestellte Auswertung einer „Chropfläärete“- Zusammenkunft anfangs Januar. Hartwig Roth, zugleich Finanzverantwortlicher im 311 Angehörige umfassenden Verein, hatte gemeinsam mit dem Vorstand geäusserte Wünsche und Kritik zu vier Themenkreisen übersichtlich analysiert. Er erläuterte Programm- und Angebotsvielfalt der Vereinigung, bei der Vernetzung und vielleicht sogar mehr Kooperation mit anderen Organisationen angeregt wurde. Beibehalten werden sollen die im zwei-Wochen-Turnus durchgeführten Anlässe, die sich weiterhin neben dem beliebten Spielen und Wandern vielfältigen Themen aus Politik und Gesellschaft widmen. Die mit viel Beifall wiedergewählte Präsidentin Silvia Wälchli machte im Sinn möglicher Angebotserweiterung  auf bevorstehende Veranstaltungen aufmerksam wie etwa die Teilnahme der Grauen Panther bei der Durchführung von „Platz da“, an der sich am 19. Mai Junge und Junggebliebene am frühen Abend zum gemeinsamen Spiel auf dem Kronenplatz treffen. Am 16. Mai geht es um Informationen zur Rentenreform, über die bekanntlich im Herbst abgestimmt wird. Zum wichtigen Jahresthema wird aber die Rentenbesteuerung. Vorstandsmitglied Miguel Misteli zeigte an Zahlen auf, dass die Besteuerung insbesondere für Rentnerpaare seit 1994 in Solothurn um 116 Prozent gestiegen sei. Um für den Abbau dieser doch erheblichen Belastung Gehör zu finden, soll eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Pro Senectute gegründet werden mit dem Ziel, diverse Aktionen bis hin zur Volksinitiative zu entwickeln. Aus der Mitte der Versammlung meinte eine Pantherin kämpferisch, unter diesem Fokus müsse man die bevorstehende Wahl in den Regierungsrat besonders sorgfältig treffen.

 

Beitragserhöhung

Um für diese zahlreichen, stets gut besuchten Aktivitäten auch über die nötigen Finanzen zu verfügen, beschloss die Versammlung einstimmig, die Mitgliederbeiträge leicht anzuheben. Einzelmitglieder zahlen jährlich statt bisher 30.- jetzt 40 Franken. Paare entrichten nun 60.- statt 40 Franken. Und Institutionen fördern die Vereinigung neu mit 75 (vorher 50.-) Franken. Das ergibt Mehreinnahmen von rund 3000 Franken, die dem Budget wieder zu „schwarzen Zahlen“ verhelfen. Denn die letzten Jahresabschlüsse wiesen Verluste um jeweils 2000 Franken auf, die laut Roth das Eigenkapital von aktuell 16 400 Franken in Kürze aufgezehrt hätten. Da die Grauen Panther zu ihren Vorträgen und Diskussionen immer auch Aussenstehende einladen und dies als wichtige Dienstleistung an der Oeffentlichkeit erachten, sollen Besuchende auf eine Spende fürs „Anlasskässeli“ aufmerksam gemacht werden. „Wir unternehmen viel für ältere Mitbürgerinnen und –bürger. Deshalb sollten wir bei der Stadt Solothurn vorstellig werden und um eine Unterstützung bitten“, riet Anna Stadelmann, um die Vereinsfinanzen in der Balance zu halten.

 

Zahlreiche Verabschiedungen

Bedauert wurde die Demission von Fidel Grüninger aus dem Vorstand. Er bleibt allerdings Mitglied im städtischen Seniorenrat. Statt der sehr beliebten Französisch-Lehrerin Annelies Kradolfer wird künftig Verena Wälti am Freitagmorgen im Baseltor zur frankophonen Konversation einladen. Statt Doris Schumacher vertritt Miguel Misteli die Belange der Grauen Panther in der Dachorganisation VASOS. Die bisherige Spielchefin Li Sägesser legt ihr Amt in die Hände von Susi Wanner. Mit liebevollen Worten unter dem Leitsatz „Leben, Lieben und Verzeihen“ gedachte Fidel Grüninger der neun, im  letzten Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder.

 

Viel ehrenamtliche Arbeit

Die Gestaltung des Jahresprogramms mit interessanten Themen und Referenten, die Vertretung der Institution und ihrer Mitglieder auf allen Ebenen ist, wie Vizepräsidentin Irène Privé temperamentvoll ausführte, mit Engagement und Zeitaufwand verbunden. Deshalb bestätigte die Versammlung neben Präsidium und Vize alle übrigen Vorstandmitglieder (Anna Hartmann, Miguel Misteli, Rosemarie Ledermann, Hans Rüd, Susi Wanner, Otto Naef und Hartwig Roth) mit herzlichem Dank. Der frühere Präsident Hans Christen lobte die umsichtige Vereinsführung. Aus dem städtischen Sozialwesen hiess es im Grusswort von Domenika Senti: „Ihr Grauen Panther seid wichtiger denn je“. Mit Musik von Fritz Geissberger ging der Nachmittag im Alten Spital gesellig weiter.

Kriegschirurgie mit dem IKRK in Zentralafrika

Er hat ein Herz für die Dritte Welt

Graue Panther Solothurn

Der Chirurg Andreas Allemannn berichtet über seine Arbeit in Kriesengebieten.

 von Gundi Klemm

 Schon als jungen Mann haben Leben und Aussagen von Albert Schweitzer den heute 51-jährigen Solothurner Mediziner Andreas Allemann geprägt. Angesichts des weltumspannenden Leids sagte der Gründer des bekannten Urwaldspitals in Lambarene dem Sinn nach: «Die ganze Welt ist nicht veränderbar, aber jeder von uns kann einzelnen Menschen etwas Gutes tun». Nach der Matura 1983 in Basel habe er sich, so Allemann, fürs Medizinstudium entschieden, habe so häufig wie möglich Reisen in Länder der Dritten Welt unternommen und wesentliche Orientierung auch durch seine Frau Susanne erfahren, berichtete er am Vortragsnachmittag der Grauen Panther. Sie wuchs nämlich in Ghana als Kind eines britischen Entwicklungshelferpaars auf und bestärkte ihn in seinem Engagement. Nach Staatsexamen und Facharztausbildung übernahm Allemann für zwei Jahre bis 2004 die chirurgische Leitung des Albert-Schweitzer-Hospitals in Haiti. Hier habe er sich neben seiner Fachdisziplin dem gesamten Spektrum medizinischer Leistungen widmen können. Dorthin mitgereist für die Dauer des Aufenthaltes waren seine Frau und seine drei Kinder.
Danach gründete er gemeinsam mit zwei Kollegen die seither bestehende Praxis in Solothurn.

«Ehrfurcht vor dem Leben»

Das Wirken des grossen Elsässers Schweitzer, der die «Ehrfurcht vor dem Leben» zum Leitgedanken seines Handelns machte, habe ihn nachhaltig beeinflusst. Er weigere sich, die zum Teil verheerende medizinische Versorgung in Entwicklungsländern so einfach hinzunehmen, besonders dann, wenn Unruhen und Bürgerkriege die dortigen
Menschen zusätzlich belasten. Schon 2004 besuchte er deshalb einen vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) veranstalteten Kurs über «Kriegschirurgie». Studienreisen in den Tschad und nach Ghana bestärkten ihn in seinem Vorhaben, Hilfe zu leisten. Seit 2014 gehört er dem Chirurgen-Pool des IKRK an, das gegenwärtig sechs chirurgische Grosseinsätze im Kongo, Südsudan, Mali, Libanon, Afghanistan und in der Zentralafrikanischen Republik aufwendig organisiert. Allemann erläuterte seinem Publikum die politische Lage und die Lebensbedingungen dieses 4,5 Mio. Menschen zählenden Landes im Herzen von Afrika. Nach der überstürzt vollzogenen Unabhängigkeit
von Frankreich im Jahre 1958 wurde das siebtärmste Land der Welt immer wieder durch Bürgerkriege erschüttert.

Ein Land im Chaos

Diktatoren wie der berüchtigte Bokassa kamen im Land an die Macht, das durch zahlreiche Putsche erschüttert wurde. Man könne sich ernsthaft fragen, ob angesichts des überhaupt nicht funktionierendes Staates ein Verbleiben unter kolonialen Strukturen dem heute von internationalen Friedenstruppen unterstützten Land nicht besser getan hätte, meinte der Mediziner vorsichtig. Da es tagtäglich in der an den Kongo grenzenden Zentralafrikanischen Republik zu Unruhen und Kampfhandlungen komme, sei gerade die Chirurgie für die vielen Schwerverletzten eine lebensrettende Massnahme. Für seinen Stützpunkt im Spital der Hauptstadt Bangui hat das IKRK die gesamte medizinische Ausrüstung eingeflogen und ist bemüht, die hygienischen Standards durchzusetzen. Allemann schilderte nach seinem vierwöchigen Einsatz zu Jahresende 2014 anschaulich, wie Arbeitsbedingungen, Leben und Sicherheitskonzept des dortigen ausländischen Teams im Auftrag des IKRK aussehen. Fotos zeigten, welche gewaltigen Aufgaben und welche Patientenschicksale täglich im Operationssaal warten.

Immer wieder beeindruckt

Bei Nachfragen interessierten die Grauen Panther die Gründe für den schlechten Zustand des Landes, dessen reiche Diamantenförderung beispielsweise von Händlerkartellen ausser Landes gebracht wird. «Trotz ihrer eigentlich verzweifelten Situation, die mich immer wieder betroffen macht, sind die dortigen Menschen von einem besonderen Willen beseelt, jeden Tag für ihre Familie und sich irgendwie zu bewältigen », unterstrich Andreas Allemann deren Lebensmut. Wenn es mit seiner eigenen Praxis vereinbar ist, will er sich 2016 wieder in einen Einsatz delegieren lassen.

az Solothurn, 18.05.2015

Diese „Grauen Panther“ braucht es einfach

Die Generalversammlung der 22 Jahre bestehenden Organisation  bestellte ihr Vereinsschiff neu

Von Bord geht Hans Rüd, der bisherige „Kapitän“ der Grauen Panther Solothurn. Vorerst ad interim übernimmt „Kassenwartin“ Silvia Wälchli seine präsidialen Aufgaben. Rüd wurde als Dank für seine Verdienste um den aktuell 323 Mitglieder zählenden Verein zum Ehrenmitglied ernannt.

Von Gundi Klemm

 

Weit über 80 Mitglieder nahmen an der 22. Generalversammlung teil und gedachten der 17 letztjährig verstorbenen Mitglieder. Beim Blick in den überaus gut besetzten Saal im „Volkshaus“ konnte der scheidende Präsident Hans Rüd befriedigt feststellen: „Uns Graue Panther braucht es einfach:“ Denn wie sein Jahresbericht zeigt, bietet die Organisation alljährlich nicht nur 21 öffentliche Vortragsanlässe- 2014 besucht von 1200 Personen- zu einer breiten Themensammlung, sondern Gruppen für Spiele, Wandern, Konversation in Englisch und Französisch sowie die Mitarbeit in unterschiedlichsten Projekten.

Eines davon ist die fast schon kantonsweit stattfindende Seniorenhilfe in der Schule, wo inzwischen 106 Seniorinnen und Senioren Lehrkräfte in Primarschule und Kindergarten unterstützen. Weiter zu nennen als Abkömmling der Grauen Panther ist der Quartierverein Weststadt, der sich um die Aufwertung dieses Ortsteils und eine bessere Integration älterer Menschen bemüht. Mit Nachdruck setzt sich die Vereinigung für sozial-politische Initiativen ein manche über die Jahre initiiert vom Partnerverein Graue Panther Olten, wie dessen Mitglied Ernst Gomm in seinem Grusswort betonte. Gepflegt werden mit Delegierten vielfältige Beziehungsnetze zu gerontospezifischen Arbeitsgruppen, zum Seniorenrat, zur Fachkommission Alter, zur Altersfachstelle Pro Senectute und zu schweizerischen Schwesterorganisationen.

„Für mich eine schöne Zeit“

Vizepräsidentin Irène Privé ehrte Hans Rüd in gereimter Form. So war zu hören, dass er nach der Amtsübernahme von Vorgänger Hans Christen die Vorstandsarbeit anforderungsreich im Ressortsystem gestaltete, aber auch ein gutes Einvernehmen unter allen Mitarbeitenden schuf. „Für mich war es eine schöne Zeit“, bekräftigte Rüd, der allen dankte, die sich für die Sache der Grauen Panther engagieren.

Mit „als Ehrenmitglied kannst du prahlen, denn du musst keinen Beitrag mehr zahlen“ wurde Hans Rüd zum 4. Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Wie an jeder Panther-Versammlung stellte sich Silvia Wälchli, die neue Präsidentin ad interim, zuerst mit ihrem Kassenbericht und dem Voranschlag mit unveränderten Mitgliederbeiträgen vor. Erst wenn statt ihr eine neue „Finanzerin“ gefunden ist, soll sie regulär als Präsidentin gewählt werden. Den Vorschlag ihres Lebenspartners Dieter Loose, von ihr jetzt das Rechnungswesen zu übernehmen, betrachtete die Versammlung doch eher als Scherz. Der Vorstand besteht neben Wälchli und Privè aus Anna Hartmann, Rosmarie Ledermann, Fidel Grüninger, Otto Naef und weiteren Beisitzern. Das Revisorat betreuen Paul Flühmann, Ernst Zürcher und in Stellvertretung Susy Wanner. Als letzte Amtshandlung informierte Anna Stadelmann, die das Präsidium des Solothurner Seniorenrats an den Mediziner Hans Kurt übergeben hat, über den geplanten Seniorentag am 29. April.

Und danach freuten sich alle Anwesenden im Vorgriff auf das am 31. März stattfindende Jubiläum „2x11 Jahre“ am Konzert der 3. Klasse aus dem Hermesbühlschulhaus, geleitet von ihrer Lehrerin Corinne Kaiser.

 

az Solothurn vom 19.03.2015

 

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Tipps gegen den Herbstblues

„Pflegen Sie soziale Kontakte regelmässig“

Graue Panther Solothurn mit Referat und Tipps gegen den „Herbstblues“

Was ist unter Herbstblues zu verstehen?  Ein mehr oder minder ausgeprägtes Stimmungstief, das bei einigen Menschen auch durch sonnenloses, grau vernebeltes Wetter hervorgerufen wird. Was man dagegen unternehmen kann, war Thema des von über 100 Personen besuchten Vortragsnachmittags im Rahmen der Kantonalen Aktionstage Psychische Gesundheit.

von Gundi Klemm

Mit Freude stellte Manuela Meneghini (Kant. Gesundheitsamt), die diesen Anlass gemeinsam mit Graue-Panther-Vorstandsmitglied Rosemarie Ledermann organisiert hatte, in einleitenden Worten fest, dass das Publikum nicht nur aus der älteren Generation sondern aus vielen Altersstufen besteht. Denn „Herbstblues“ sei ein verbreitetes Phänomen. Als kommunikativ mitreissender Referent richtete sich Mediziner Rolf Heim (Holderbank/Aargau) vor allem an seine älteren Zuhörer, weil die saisonal auftretende Herbst-Winter-Depression mehrheitlich doch sie betreffe. Dialogisierend mit seinem Publikum brachte er vielerlei Belastungsaspekte als Gründe für den „Herbstblues“ in Erfahrung. Genannt wurden Alleinsein, schlechtes Wetter und fehlendes Sonnenlicht, vielfältige Verlusterlebnisse bezüglich Partner, Angehörigen und Freundeskreis, Angst vor der Zukunft und gesundheitliche Einschränkungen. Als Psychiater verdeutlichte Heim dies mit Beispielen seiner Patienten, für die das plötzliche Fehlen von Bezugspersonen neben Trauer häufig auch gesellschaftlichen Rückzug und Einsamkeit bedeutet habe.

„Wofür soll ich eigentlich morgens aufstehen?“, frage sich mancher ältere Mensch, dem Sinn und Verankerung im Leben abhanden gekommen sind. Um sich gegen diese schleichend-pessimistische Entwicklung zu stemmen, sollte man seine sozialen Kontakte regelmässig pflegen, um sich mit Treff- und Fixpunkten innerhalb der Woche persönlich aufzubauen, betonte der Arzt ein tagtägliches „Kümmern um die Gesellschaft“. Die anwesenden Grauen Panther zählten dafür vielfältige Beispiele auf, die von freiwilliger Arbeit wie „Senioren in der Schule“, Hilfe bei Mittagstisch und Mahlzeitendienst, Besuchen bei Altersheim-Bewohnern, Vereinsmitgliedschaften, Training in  Fitness-Studios, begleiteten Reisen bis hin zum gemütlichen Zusammensein im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst reichten. „All dies bietet uns eine Fülle psychohygienischer Vorteile“, ermunterte Heim, sich etwa als „Leih-Oma“ zur Verfügung zu stellen oder als Nicht-Haustierbesitzer zu Spaziergängen mit Hundehaltern zu verabreden und auch Tierbetreuung zu übernehmen. Ein eigenes Haustier, für das man sorgen und mit dem man reden könne, sei für die seelische Gesundheit sowieso das Beste. „Unser Verhalten trägt ganz wesentlich zu unserer Befindlichkeit bei“, betonte er diese Wechselwirkung und ermutigte dazu, seine Mitwelt häufiger anzulächeln. Und: „Planen Sie Ihre Aktivitäten und führen sie durch, auch wenn Sie mal keine Lust dazu haben“.

Liebevoll zu sich selbst sein

„Versuchen Sie, ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln“, riet er seinen Zuhörenden mit der Devise: „Ig bi scho rächt“. „Orientieren Sie sich, jetzt da Sie älter werden, am Bild der von Erfahrung vollen Scheuer und nicht am abgeernteten Feld“, mahnte er, das eigene Bild und die gesamte Lebensleistung liebevoll zu betrachten und sich selbst auch mal anerkennend auf die Schulter zu klopfen. In einer Zeit des Jugendwahns, die Alter und damit gewonnene Einsichten kaum noch beachte, sei es wichtig, sich selbst und den eigenen Körper bewusst wertzuschätzen.

az Solothurn vom 06.11.2014

 

Wenn der Fuchs auf Schuhe scharf ist

Graue Panther Solothurn

Wildtiere in der Stadt Mark Struch, Wildbiologe, zu einem Phänomen, das auch Solothurn zunehmend beschäftigt

von Gundi Klemm

 

"Erinnern Sie sich noch an den Fuchs vom Glutzenhübeli, der vor etwas mehr als zwei Jahren ein besonderes Hobby pflegte?", begrüsste Graue-Panther-Präsident Hans Rüd die über 40 Zuhörenden zum Vortragsnachmittag. In dessen Fuchsenhöhle fand man nämlich 65 Schuhe, die Meister Reineke bei seinen Streifzügen durch die Stadt Solothurn gesammelt hatte. Unvergessen dürfte auch sein, dass eine Rotte Wildschweine immer wieder versuchte, den Autobahn-Zaun südlich von Obergerlafingen zu durchbrechen, um auf die andere Waldseite zu gelangen. Die heutige Wildbrücke über die Autobahn, einen Kilometer südlich auf dem Gebiet von Utzenstorf, lässt Tiere inzwischen gefahrlos passieren. "Denn seit alters her brauchen die Fernwanderer unter den Wildtieren, dazu zählen Wildschweine, aber auch Rehe, Hirsche, Luchse und neuerdings auch Wölfe eine durchlässige Landschaft", beschrieb Wildbiologe Mark Struch vom kantonalen Amt für Wald, Jagd und Fischerei mögliche Konfliktpunkte mit Siedlungs- und Verkehrswesen. Deshalb sei es wichtig,m sogenannte Wildkorridore zu schaffen. Im Kanton Solothurn seien allerdings Dreiviertel dieser Korridore nicht funktionsfähig, mahnte Struch zukünftige Aufgaben an. Es bestehe Handlungsbedarf, die weitere Zerschneidung der Landschaft zu verhindern.

Schutz und Nutzen

Wie die Grabungen in Sutz-Lattrigen am Bielersee zeigen, waren die hiesigen Menschen seit der Jungsteinzeit (8000-4000 v. Chr.) auf Wildtiere als Lieferanten von Fleisch, aber auch von vielfältigem Material für Kleidung (Felle/Leder), Sehnen, Knochen, Geweih zur Herstellung von Werkzeugen angewiesen. "Sie waren Bauernjäger mit Pfeil und Bogen", erläuterte Struch deren sorgfältige Verwertung ihrer Jagdbeute. Zur Ausrottung vieler Tierarten ausser den Gämsen habe das Aufkommen von Schusswaffen geführt, bis endlich 1876 ein bundesweit gültiges Jagdgesetz die Grundlagen für Schutz und Nutzen sowie Regulierung der Wildtier-Bestände legte. Mehrheitlich seien die heutigen Wild-Populationen durch Zuwanderung aus den Nachbarländern entstanden.

Berliner Luft für Wildschweine

Mit Bildern aus Berlin zeigte Struch, wie sich ganze Wildschweinkolonien in Stadt und Umland gemütlich eingerichtet haben. Im Abfall finden sie als anpassungsfähige Kreaturen genügend Nahrung, fallen aber unangenehm auf, wenn sie in einer Nacht etwa Sportplätze, Wiesen und Ackerland völlig umpflügen. Offenbar sind die Schweine so geschickt im Verstecken, dass eine regulierende Jagd wenig ausrichtet. "Auch bei uns zeigt sich am Verbiss und an Feldschäden, wenn Hufwild-Populationen zu gross werden", unterstrich der Referent.

Toleranz von beiden Seiten

Wildtierkameras zeigen, dass es besonders nächtlich in unseren Städten und manchen Gärten sehr lebhaft zugeht. Füchse haben sich laut Struch seit etwa 20 Jahren ganze Stadtreviere zu eigen gemacht. Man rechne mit 10 Füchsen auf 100 Hektaren. Füttern soll man sie aber keinesfalls, warnte der Wildbiologe vor falscher Tierliebe. Denn der Fuchs sei häufig Ueberträger von Krankheiten wie Räude als durch Milben verursachte Hautkrankheit, Staupe, die als Viruserkrankung das Zentralnervensystem auch von Hunden und Katzen befällt, für den stark verbreiteten Fuchsbandwurm und schliesslich die Tollwut. Gegenwärtig sei die Schweiz aber zum Glück tollwutfrei. Für Menschen bestehe keine Gefahr, wenn mit Wurmeiern verschmutzte Waldbeeren oder Salat aus dem Garten gewaschen werden. Kothaufen sollten entfernt und nicht von Haustieren gefressen werden. Haustiere könne man mit Entwurmung und vor allem Impfung (Staupe, Tollwut) schützen. Auch ausgelegte Entwurmungsköder führen laut Wildbiologe zu gewissem Erfolg. Anfällig gegenüber diesen Krankheiten seien zudem andere Wildtiere wie Luchs, Wildschwein und Gämsen.

Lästige Marder und Dachse

Längst hat sich der verloren geglaubt, geschützte Biber wieder als Landschaftsgestalter angesiedelt. Wenn er nicht gerade Keller überflute, Strassen und Dämme unterhöhle, sei er sehr willkommen, befand Struch, der aber eine Bestandesregulierung nicht ausschloss. Die unterirdische Bauten in Gärten anlegenden Dachse könne man ebenso wie Zündkabel anknabbernde Marder mit im Handel erwerbbaren Duftstoffen vertreiben. "Schadensverursacher kann man mit vielerlei Mitteln vergrämen", riet der Vortragende. Hausmarder, die gerne auf Dachböden wohnen, veranstalten in der Regel nur während der Paarungszeit viel Lärm. "Mit unseren heutigen Möglichkeiten ist das Nebeneinander von Mensch und Wildtier durchaus möglich, wenn wir gewisse natürliche Eigenarten akzeptieren."

Rücksicht auf die Tiere nehmen

Der heutige "Freizeitmensch", der als Skifahrer, Mountainbiker, Läufer tief in Wälder und Rückzugszonen für Wildtiere eindringt, sollte sich an bestehende Regelungen zum Schutz der Tiere halten, bekräftigte der Biologe, um vielerlei Risiken für die Tierwelt zu vermeiden. "Zahlreiche Konzepte, Management und Rechtsverbindlichkeiten sorgen für einen sicheren Rahmen im Zusammenleben von Mensch und Tier." Ob eigentlich regelmässig veranstaltete Waldkindergärten nicht auch für eine deutliche Störung sorgten, fragte eine Zuhörende. Hier gelte es abzuwägen, lautete die Antwort aus dem Plenum und vom Referenten: Erziehung der Kinder zur Achtung der Natur sei ein ebenso wichtiger Wert.

 

az Solothurn Donnerstag, 9. Oktober 2014

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Wenn im Alter das Geld knapp wird

Graue Panther Solothurn

Früher bedeutete Alter für Senioren oftmals Armut. Heutzutage hat sich laut Referent Remo Waldner von Pro Senectute die finanzielle Situation deutlich verbessert.

 

von Gundi Klemm

 

Als langjähriger Berater und Fachstellenleiter von Pro Senectute in Grenchen ist Sozialarbeiter Remo Walder mit der finanziellen Lage bestens vertraut. Sein Rat an seine 36 Zuhöhrenden am Informationsanlass der Grauen Panther Solothurn lautete: "Lassen Sie sich nur aus erster Hand von Fachpersonen informieren und nicht etwa durch Gerüchte. Jeder Fall liegt anders. Die finanzielle Ausstattung im Alter sollte individuell bezüglich zusätzlicher Leistungen geklärt werden."

Walder erläuterte das schweizerische Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge, das eigentlich Armut im Alter verhindern soll. Doch verschiedenste Risiken wie ungenügendes Grundeinkommen, Verluste an Vermögenswerte, Krankheit und Heimaufenthalte können dazu beitragen, dass einige Mitglieder der Seniorengeneration nicht so ganz sorgenfrei leben können. Dies auch, weil Vermögen hierzulande ungleich verteilt ist.

Wer was beanspruchen kann

Da jede Person gesetzlichen Anspruch darauf hat, dass Not gelindert wird, springt die staatliche Vorsorge ein - beispielsweise mit Ergänzungsleistungen (EL) bei zu wenig Rente aus AHV und beruflicher Vorsorge und erhöhtem Pflegebedarf. Die EL-Berechtigung sorgt im Kanton Solothurn auch für die Verbilligung der Krankenversicherungsprämien. "Die EL sind keine Almosen, sondern ein flexibler Bestandteil der AHV, um ein würdevolles Leben zu ermöglichen", unterstrich der Sozialarbeiter.

Was zusätzlich möglich ist

Wenn die Steuerbehörde feststelle, dass das Jahreseinkommen unter 29'000 Franken fällt, wird sie von sich aus aktiv und verschickt die Antragsformulare. Anhand von Rechenbeispielen zeigt Remo Waldner, wann und unter welchen Bedingungen zusätzlich eine Hilflosenentschädigung beantragt werden sollte, die er lieber als "Pflegeaufwand-Entschädigung" bezeichnen würde. Er streifte kurz Betreuungsgutschriften - jährlich bei der Ausgleichskasse zu beantragen -, die ein fiktives Einkommen des pflegenden Angehörigen errechnet, damit sich später dessen Rente um diesen Betrag erhöht.

Finanzierung des Heimaufenthalts

Offenbar gibt es dazu in der Bevölkerung allerlei Aengste, weil viele Menschen davon ausgehen, dass das Geld angesichts der Kostenhöhe nicht reicht. Waldner befreite sein Publikum von derartigen Vorstellungen, indem er genau auflistete, welche Unterstützungsmöglichkeiten durch sogenannte "Fremdzahler" in Anspruch genommen werden können. Wenn ein Ehepartner wegen Erkrankung in einem Heim lebt, ist das weitere Wohnen des anderen in einer Wohnung - vielleicht in einer etwas kleineren und günstigeren - weiterhin gewährleistet. Dazu wird eine transparente Finanzierung erstellt, die auch den Vermögensverzehr moderat einbezieht. "Ich habe aber noch nie erlebt, dass ein Haus verkauft werden muss, weil ein Ehepartner ins Heim wechselt", unterstrich der Referent.

Wenn allerdings beide Ehepartner in einer Einrichtung leben, werde die Liegenschaft in der Regel verkauft. Schenkungen oder frühzeitige Ueberschreibungen von Haus und Grund etwa an Erben, so erläuterte er, werden zum Vermögen dazugerechnet und mindern Ansprüche, sofern Lücken in der finanziellen Alters-Ausstattung auftreten. Auch dann fällt aber niemand durchs Netz, weil die Sozialhilfe greift.

Kinder in sehr guten Einkommensverhältnissen können als Verwandtenunterstützung zum Mitzahlen herangezogen werden. Diese Pflicht beginnt für Alleinstehende bei 120'000 Franken, für Verheiratete bei einem jährlichen Einkommen von 180'000 Franken mit maximal 300 Franken monatlich.

 

az Solothurn Donnerstag, 5. Juni 2014

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Alle unsere Projekte sind erwachsen geworden

 

Graue Panther Solothurn

21. Generalversammlung mit heiterem Verlauf und wichtigen Gästen

 

von Gundi Klemm

 

 

 

 

 

 

 

Die Solothurnerin Anna Stadelmann, die als Vorstandsmitglied seit 12 Jahren den 335 Mitglieder zählenden Verein Graue Panther wesentlich mitgestaltet, wurde mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Gäste wie alt Kantonsratspräsidentin Susanne Schaffner und Ruedi Fasnacht vom Partnerverein Olten machten auf Probleme für Senioren aufmerksam.

"Wir müssen unserem Unmut Ausdruck verleihen", bekräftigte Ruedi Fasnacht, Präsident der politisch sehr aktiven Grauen Panther, Olten, im Beisein von Nationalrätin Bea Heim. Denn das kantonale Sparprogramm gehe zulasten von Menschen, die Hilfe brauchen. Gestrichen werden sollen die Pflegefinanzierungsbeiträge für die Pflegestufen 1 bis 4 und eine verbesserte Finanzierung für Tagesstätten. "Wir wollen im April eine Volksinitiative starten und brauchen dazu auch Eure Mithilfe", bat er die rund 90 Beteiligten an der 21. GV der Solothurner Panther. Zugezogen habe man ebenfalls einen Steuerexperten, weil, wie festgestellt, das Bruttoeinkommen von Rentnern um 50 Prozent höher besteuert werde als vergleichbares Erwerbseinkommen. In ein ähnliches Horn stiess Susanne Schaffner, die von der kantonsrätlichen Spardebatte zu den Grauen Panthern eilte. 7 Mio. Franken soll, wie sie berichtete, die gekürzte Prämienverbilligung einsparen. "Dadurch sind kleine Einkommen bei uns im Kanton besonders hoch belastet."

Heitere Versammlung

Zuvor hatte Panther-Präsident Hans Rüd in seinem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr die vielen Aktivitäten gewürdigt. 1 200 Personen nahmen an den 21, im 14-Tage-Turnus stattfindenden Veranstaltungen zu Themen aus Gesundheit, Politik, Kultur und Unterhaltung teil. An den 19 Ausflügen der Wandergruppe beteiligten sich 342 Bewegungsfreudige. Die Konversationskurse in Französisch und Englisch sowie die Spielzusammenkünfte wurden gleichfalls von vielen Interessierten besucht. "Unsere Projekte wie "Seniorenrat in Solothurn", die bereits in 18 Gemeinden funktionierende "Seniorenhilfe in der Schule", die Mitarbeit in der "Fachkommission Alter" und im "Quartierverein Weststadt" sind allesamt erwachsen geworden", freute sich Rüd an deren Erfolg.  Silvia Wälchli zeigte, dass die Vereinsfinanzen mit einem Kapital von fast 20 000 Franken im Lot sind. Unverändert bleibt der Jahresbeitrag auf 30.-/Einzel und 40.-/Paar.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Ehrung von Anna Stadelmann, die künftig dem Vorstand nur noch für einzelne Aufgaben zur Verfügung stehen will. Mit ihr verliessen Doris Schumacher nach 4 Jahren Mitarbeit und Lucia Curschellas, die 19 Jahre der städtischen Fussgänger- und Velokommission angehörte, die Vereinsführung. Gewählt wurde Rosmarie Ledermann, die den von Hans Rüd und Vizepräsidentin Irene Privé geleiteten 8-köpfigen Vorstand komplettiert.

Einen heiteren Abschluss setzten Schulkinder aus dem Hermesbühl mit musikalischen Vorträgen, die viel Beifall erhielten.

 

 

Das war besser als die Arena im Fernsehen

Graue Panther Solothurn diskutierten Pro und Kontra der 1:12 Initiative

Von Gundi Klemm

JUSO-Präsident David Roth und Marianne Meister, die für Ständerat Pirmin Bischof kurzfristig eingesprungene Präsidentin des Kantonalen Gewerbeverbandes, FDP-Kantonsrätin und Messener Gemeindepräsidentin, stellten in Kurzreferaten ihre unterchiedliche Sicht der 1:12 Initiative dar. Danach mischte das Publikum mit und gestaltete den Anlass spannend, vergnüglich und respektvoll. "Das war besser als die Arena im Fernsehen", war man sich einig.

Wer bisher meinte, längst alle Argumente für oder gegen die 1:12 Initiative der JUSOS gelesen oder gehört zu haben, erlebte an diesem Anlass Erstaunliches. In der Aussprache nach den Referaten, in die Marianne Meister und David Roth kontradiktorisch einbezogen waren, setzten sich die Anwesenden kritisch mit dem Gehörten auseinander. "Ihr bürgerlichen Parteien seid Weltmeister in der Angstmacherei", musste Meister aus dem Plenum zur Kenntnis nehmen, nachdem sie die gegnerische Kampagne des Schweizerischen Gewerbeverbandes in ihrem Vortrag wortgewandt vertreten hatte. Gewarnt hatte sie vor dem "schädlichen sozialistischen Rezept", das zur Abwanderung von Firmen und Arbeitsplätzen ins Ausland, zu einem zeitraubenden Papierkrieg der Unternehmen und besonders zu einem unerwünschten Eingriff des Staates in die liberale Wirtschaftsordnung hierzulande führe. Sie vergass nicht, die neue "Neidkultur" und die Vergiftung des sozialen Klimas im Kontext von Studien zur 1:12 Initiative zu erwähnen, die grosse Löcher in die AHV und ins Steueraufkommen reissen werde. Denn losgelöst von der Realität verspreche die Initiative "mit halsbrecherischen Theorien das Blaue vom Himmel". "Dieser Systemwechsel erzeugt grosse Angst", meinte sie mit Blick nach Frankreich, wo der gegenwärtige Wirtschaftskurs mitsamt Mindestlohn nicht stimme. "Aber Hollande muss auch etliche Massnahmen von Sarkozy auslöffeln", tönte es aus dem Plenum.

Roth, der mit einleuchtenden Beispielen und Zahlenmaterial zu Produktivität und ungleicher Vermögensverteilung in seinem Impulsreferat operierte, zitierte eine Aussage von Arbeitgeberseite: "Der Missbrauch von Freiheiten erfordert eine Regulierung",... denn gewisse Herren mit Abzockermentalität hätten's in ihrer Geldgier einfach übertrieben, betonte er. Da auch Marianne Meister Unbehagen über den Spitzenverdienst einiger weniger "reicher Vasellas" signaliserte, fragte Roth, warum nicht die bürgerlichen Parteien selbst schon einen Vorschlag entwickelt hätten,.. "um dieser Ungerechtigkeit mit einer besseren Verteilung der finanziellen Ressourcen ein Ende zu setzen." Denn schliesslich, so Roth, sollte doch Leistung honoriert werden. "Der Erfolg der Schweiz hängt von der fleissigen Mehrheit und nicht von den Topverdienern ab", bekräftigte eine weitere Stimme. "Und das Kapital sollte auch breiter verteilt sein, um damit die Kaufkraft im Lande zu steigern", machte eine Diskussionsteilnehmerin auf die mehr als eine Viertelmillion "working poor" aufmerksam, die aus ihrer Sicht in der liberalen Wirtschaft einfach untergehen. "Unten schneidet man ab, und oben richtet man mit grosser Kelle an", lautete aus dem Saal eine Aeusserung, für die das jetzige System nicht mehr stimmt. Bei einer Annahme würde die 1:12 Initiative im Parlament vermutlich "wieder zerzupft", befürchtete eine weitere Sprecherin. "Aber auch wenn sie nicht angenommen wird, weiss man wenigstens in Bern, dass es im Volk rumort", hielt ein Votant fest. Ein anderer glaubte, dass die Folgen der angenommenen 1:12-Initiative für die Wirtschaft geradezu katastrophal wären.  

In seinem Schlusswort betonte Panther-Präsident Hans Rüd, dass die 1:12 Initiative eigentlich weltweit angegangen werden müsste, und er unterstrich ein besonderes Vorrecht: "Die Jungen müssen protestieren, wenn etwas nicht in Ordnung ist". "Aber die Alten auch", schallte es aus dem Plenum zurück.

Eine Aufzeichnung dieser Veranstaltung durch das Tessiner Fernsehen wird am 2. 11., 20 Uhr, gesendet.

 

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Wir sollten uns keinen Knieschuss verpassen

Graue Panther Referat von Stadtpräsident Kurt Fluri zum Fusionsprojekt und weiteren Vorhaben der Stadt

VON GUNDI KLEMM

«Die Agglomeration Solothurn ist doch schon längst ein zusammen hängender Lebensraum», unterstrich Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri vor 45 sehr interessiert zuhörenden Mitgliedern der Grauen Panther. Mit dem Blick auf mehrere projizierte Karten von 1880 bis 2005 war zu er kennen, wie stark frühere Streugemeinden immer dichter mit dem Zentrum Solothurn zusammengewachsen sind. Auch der mitgebrachte Panorama-Blick vom Weissenstein zeigte, dass zwischen den kommunalen Anrainern kaum noch erkennbare Besiedlungsgrenzen bestehen. «Die Agglomerationsgemeinden, die rund 34 Prozent der Kantonsbevölkerung ausmachen, haben alle ähnliche Fragen zu lösen», erläuterte Fluri Gründe für ein Zusammengehen, das vor Jahren durch eine Motion von Klaus Koschmann angestossen worden war. Denn keine Gemeinde könne ihren Bewohnern alles bieten. Man sei auf die gegenseitige Ergänzung in Verkehr, Sozialwesen und öffentlicher Sicherheit angewiesen und könnte so vielerlei Fragen etwa im Schulwesen, in Raumplanung und Erschliessung gemeinsam vereinfachen.

Die Last des Zentrums
Gegenwärtig trage die Stadt aber für das Umland vielerlei Lasten mit. Als Beispiel unter anderen nannte Fluri die Kultur, für welche Solothurn bis zu 7 Mio. Franken jährlich ausgibt, aber mit nur 67 Prozent viel weniger Beiträge von den Kommunen ringsum erhält, deren Bevölkerung doch auch vom grossen Angebot profitiere. Sechs Gemeinden im Umkreis um Solothurn haben sich auf die durch die Hochschule Luzern geführte Grundlagenstudie eingelassen. Inzwischen bröckelt aber die Fusionswilligkeit ab, weil Langendorf und vermutlich auch Bellach ihre Teilnahme beenden. Vorerst mit da bei sind weiterhin Biberist, Derendingen, Luterbach und Zuchwil. Kurt Fluri setzte sich auch mit der Skepsis gegenüber dem Fusionsprojekt auseinander, die sich an fehlen der Souveränität der Bevölkerung, den durch ein gemeinsames Parlament ersetzten Gemeindeversammlungen und dem Steuerfuss entzündet hatte. «Berichtet wurde sogar von einem bereits geplanten zentralen Verwaltungsgebäude für 20 Mio. Franken. Nachdrücklich lud er zum Besuch der Gemeindeversammlung am 16. Januar ins Landhaus ein, um dort den Schritt in die weitergehenden Detailabklärungen zu starten. Laut Hochschulfachleuten sei das Projekt sinnvoll. «Und wir als Zentrumsgemeinde sollten uns selbst keinen Knieschuss verpassen, sondern nachhaltiges Interesse an einem Zusammenschluss beweisen», sagte Fluri.

Planung «Weitblick»
Ausführlich ging der Stadtpräsident auf Planungen für Gewerbe und Wohnen im grossen Areal von 25 Hektaren entlang der Westumfahrung ein. Auf der Grundlage des verabschiedeten Masterplans Energie sollen hier mit der Quartierplanung «Weitblick» energieeffiziente Bauten bis 2035 entstehen, was die aus Senioren bestehende Versammlung doch mit einem Schmunzeln quittierte. Kurz streifte der Stadtpräsident auch das Vorhaben «Wasserstadt», die auf 38 Hektaren ehrgeizige Überbauungsziele anstrebt.

Nächster Anstoss kommt bestimmt
Die Frage nach möglichen Perspektiven, sofern die Fusion nicht zustande komme, beantwortete Fluri mit der Gültigkeit dieses Themas und der Notwendigkeit, die Vorteile eines Zusammenschlusses «in den Köpfen ankommen zu lassen». Denn «wenn nicht jetzt, dann gibt es in einigen Jahren einen erneuten Anstoss.» Leider verfüge die Stadt über keinerlei rechtliche Grundlage, ihre Nachbarn zur finanziellen Mitbeteiligung bei den Zentrumslasten zu zwingen, ging er auf ein entsprechendes Votum ein. Ausserdem, wenn man den Stadtpräsidenten schon bei sich hat, interessierte die Alterspolitik und nach der Schliessung des Thüringenhaus das Vorhaben der Einwohnergemeinde, allen falls gemeinsam mit der Bürgergemeinde in St. Katharinen ein Alters und Pflegezentrum zu errichten. Öffentliche Projekte im Sinne alternativer Wohnformen für ältere Personen gebe es in der Stadt noch keine. Ein Teilnehmer erinnerte den Stadtpräsidenten an das immer noch fehlende Leichtathletik-Stadion, an das schwierige Ausfahrtszenario Grimmengasse und an Tempo 30, das zumindest am Herrenweg durchfahrenden Bussen das Leben schwer mache. Kurt Fluri beglückwünschte die Grauen Panther zu ihrem Vereinsleben, das «zum Frieden zwischen den Generationen» beitrage. «Wir sollten uns keinen Knieschuss verpassen»

© Solothurner Zeitung ¦ Ausgabe vom 16. November 2012


 

Warum die Glückskette in der Schweiz so erfolgreich ist

Mr. Glückskette tat Gutes und spricht darüber

„Viele kennen die Glückskette, aber nur die wenigsten wissen auch, wie sie funktioniert,“ so begann Roland Jeanneret, „die Stimme der Glückskette“, seinen Vortrag im Volkshaus.
Jeanneret gelang es, die rund 50 Zuhörerinnen und Zuhöhrer auf lockere und kurzweilige Art über den Hintergrund der Glückskette zu informieren und sie in seinen Bann zu ziehen. Die Glückskette sei das grösste Solidaritätswerk der Schweiz, welches nicht vom Staat finanziert werde, und könne als Schnittstelle zwischen Katastrophe, Medien und Hilfswerk angesehen werden. So müsse sie die Katastrophen erkennen, Medien zur Berichterstattung motivieren und geeignete Hilfswerke zur Unterstützung finden, erklärte Jeanneret. Von den rund 1500 Hilfswerken in der Schweiz arbeitet sie mit rund 30 zusammen. Die Glückskette umfasst sechs Telefonzentralen mit etwa 600 freiwilligen Mitarbeitern.

Die Glückskette entstand im Radio

1946 ist das Entstehungsjahr der Glückskette. Zwei Westschweizer Radiomacher haben damals eine Sendung mit dem Namen „Chaîne du Bonheur“, also „Glücks-Kette“ erschaffen, um Menschen in Not zu helfen und Leid zu mildern. Das Radio spielt heute noch eine wichtige Rolle: „70 Prozent dessen, was wir im Radio aufnehmen, nehmen wir als Bauchgefühl wahr, nur 30 Prozent mit dem Kopf. Der Grund dafür sind die Worte, die in uns Bilder auslösen“, sagt der „Mr. Glückskette“. Mit dem Radio kommt also ein wichtiger Impuls, der zum Spenden anregt. Damit erstaunt es auch nicht, dass die fünf häufigsten Motive welche die Menschen zum Spenden verleiten, einen emotionalen Hintergrund haben. Diese sind beispielsweise Solidaritätsgründe und persönliche Betroffenheit. Aus einer Statistik gehe hervor, dass jeder dritte Schweizer regelmässig oder zumindest ab und zu für die Glückskette spende, so Jeanneret. Dabei haben vor allem zwei Punkte Einfluss auf den Erfolg. Zum einen spielt die thematische, zum anderen die geografische Nähe eine wichtige Rolle. „So hatten wir beispielsweise mehr Erfolg mit dem Spendenaufruf zum Bergdorf Gondo als zum Darfur-Konflikt.“

Die Grundsätze der Glückskette

In seinem Vortrag erwähnte Jeanneret auch die wichtigsten Grundsätze der Hilfskette. So beziehe man stets auch die Betroffenen in Projekte mit ein, man achte auf Nachhaltigkeit und folge dem „Do No Harm“-Prinzip, bei welchem ungewollte Konfliktverschärfungen erkannt und auch vermieden werden sollen. Aktuell ist die Glückskette in rund 220 Projekte in insgesamt 43 verschiedenen Ländern tätig.

(Solothurner Zeitung vom 17. Oktober 2012)

 

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"Bleiben Sie im Fluss, denn Flüsse altern nicht"

Graue Panther Solothurn zum Thema "Gedächtnisstörungen und Demenz"

Durch Mediziner Dieter Breil, Leiter der Memory-Klinik am Kantonsspital in Olten, erlebte die weit über 80-köpfige Zuhörerschaft einen informativen, zugleich lebenspraktisch-humorvollen Vortrag über die verschiedenen Formen von Demenz. Nicht jede Wortfindungsstörung bedeutet gleich Demenz.

Von GUNDI KLEMM

Vermutlich hatte "Nebelgrind", der Sonntagabend-Film im Schweizer Fernsehen, zusätzlich für ein derart lebhaftes Interesse am Vortragsnachmittag der Grauen Panther gesorgt. Beispielhaft waren in diesem Spielfilm die unterschiedlichen Störungen und Schweregrade sichtbar geworden, die das Leben des an der häufigen Demenzform Alzheimer erkrankten Altbauern beeinträchtigten. Dieter Breil definierte Demenz, die sich zuerst als deutliche Vergesslichkeit bemerkbar macht, aber gleichzeitig verbunden ist mit zusätzlichen Störungen im Erkennen, im Handeln, in der Sprache sowie in Planung, Kontrolle und Ausführung als alltägliches Funktionieren. Bei aktuell rund 100 000 Demenzfällen in der Schweiz, davon 3000 im Kanton Solothurn mit hier rund 700 Neuerkrankungen jährlich, erläuterte der Referent die vielfältigen Ursachen dieser Erkrankung, für die das Risiko im Alter ansteigt. Allerdings, so Breil, seien Zweidrittel der Hundertjährigen kognitiv gesund. Ausgelöst werden könne die Erkrankung von Durchblutungsstörungen im Hirn, durch bakterielle und virale Infektionen, durch Stoffwechselstörungen, ein Uebermass an Alkohol und sogar falsche Medikamentierungen. Nicht zu vergessen seien Tumore und Verletzungen des Hirns wie auch unbehandelte, schwere Depressionen. Eine Heilung von degenerativen Veränderungen und Schrumpfungen im Hirn, die er an Magnetresonanzaufnahmen zeigte, sei zwar nicht möglich, aber mit frühzeitiger Abklärung könne das Befinden wenigstens stabilisiert werden.

Normal oder krank?
Für alle, die sich unnötig ängstigen, hielt Breil die normale Altersvergesslichkeit mit ihren kleinen Tücken dem tatsächlichen Erscheinungsbild der Demenz entgegen. Aus englischsprachigen Forschungen zu "Activity, Behaviour, Cognition" übertrug er die üblichen Ausprägungen der Krankheit auf die Fähigkeiten zur Bewältigung des täglichen Lebens, zu Verhalten und Emotionen sowie auf das geistige Leistungsvermögen. "Geistiges Altern ist zwar lästig, aber nicht behindernd", tröstete er sein Publikum und erinnerte an die zahlreichen im Lebensverlauf erworbenen Kompetenzen, die bis ins hohe Alter durch Uebung erhalten bleiben. "Bis zum Schluss sind wir eine Baustelle", meinte er humorvoll und riet, das Leben weiterhin ohne sozialen Rückzug wahrzunehmen und zu geniessen. Wer eine genetische Demenz-Disposition vermute, solle lieber auf eine entsprechende Abklärung verzichten, denn das Ergebnis könne jede Lebensfreude rauben. Stattdessen solle jeder ältere Mensch seine Werte und "besonders den Blutdruck als Lebensversicherung" regelmässig kontrollieren lassen. "Bleiben Sie einfach lebendig im Fluss, denn Flüsse altern nicht", lautete sein Rat für ein gesundes Altern.
© Solothurner Zeitung | Ausgabe vom 23.April 2012

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Wichtiger Taktgeber im Verständnis fürs Alter

Graue Panther Die neue Vorstandszusammensetzung wurde präsentiert, der abtretende Präsident Hans Christen verdankt.
VON GUNDI KLEMM

Die Leitgedanken der Grauen Panther lauten: "Würde, Lebensqualität und Autonomie der älteren Menschen wahren und ihre Integration in der heutigen Gesellschaft fördern". Dies geschah seit 20 Jahren unter dem Präsidium von Hans Christen gemeinsam mit seinen Vorstandsmitgliedern. Mit seinem Rücktritt hat sich der Vorstand neu gebildet.
Auf den Solothurner Hans Christen, der 20 Jahre lang als Taktgeber im Verständnis fürs Alter wirkte, folgt an der Spitze der Grauen-Panther-Familie interimistisch ein Dreierteam aus Vizepräsident Hans Rüd (leider erkrankt) sowie Irène Privé und Peter Sollberger im Co-Präsidium.

Aktiv am öffentlichen Leben dabei
Zum letzten Mal blickte Christen an seiner 20. Generalversammlung auf ein Vereinsjahr zurück, das mit seinen 22 öffentlichen Anlässen zu unterschiedlichsten Themen, mit kulturellen und geselligen Angeboten erneut bewies, wie lebendig die Teilhabe der älteren Generation an Gesellschaft und Politik gelingen kann. Beispiele dazu sind der durch die Grauen Panther letztjährig bei der Regierung eingereichte Volksauftrag zur Pflegefinanzierung und der unterstützte Vorstoss der Oltner Partnerorganisation "Spitex für alle". Besonders aktiv wahrgenommen wird im Verein die Freiwilligenarbeit. So sind Mitglieder der Grauen Panther in der Seniorenhilfe in der Schule, im Mahlzeiten- und Besuchsdienst und in der Bibliothek im Einsatz und pflegen darüber hinaus ein grosses Beziehungsnetz zu verwandten Organisationen. Spielen, Wandern, Reisen und Sprachkonversationsgruppen zählen ebenso zum Vereinszweck.

Ein Dankeschön an viele
Vorstandsmitglied Anna Stadelmann würdigte die wertvolle Arbeit der zurücktretenden Vorstandmitglieder, .."die dazu beigetragen haben, dass unser Vereinsleben so gut geklappt hat". Neben Gründungspräsident Hans Christen, dem sie für das grosse Engagement und den persönlichen Einsatz auf allen Feldern der Vereinstätigkeit dankte, verabschiedete sie Vreni Nydegger, die seit der Gründung 17 Jahre lang die Kasse führte und.."sich stets liebevoll um alles kümmerte". Seit sieben Jahren amtete Paul Naef im Vorstand, half bei der Organisation von Anlässen und baute Informatik und Internetauftritt auf. Rosina Berberat führte seit 2006 das Sekretariat und war für Einladungen und Programm zuständig. Im Kreise der rund 90 Beteiligten der Generalversammlung anwortete Hans Christen für alle Zurücktretenden: "Dank guter Zusammenarbeit konnten wir viel wagen. Offenbar ist es Panther-Art, lange Zeit an der wichtigen Aufgabe mitzuwirken, in unserer Gesellschaft Resonanz für das Alter zu wecken." Er hätte, so fügte er an, in seinem Leben viel verpasst, wenn er die Grauen Panther Solothurn nicht gegründet und über 20 Jahre an den jährlich rund 20 Veranstaltungen mit interessanten Referenten begleitet hätte.

"Wir freuen uns auf die Weiterarbeit"

Neubesetzungen und eine Rochade gab es auch bei den acht Vorstandschargen. Gewählt wurden Lilly Affolter (Aktuariat, neu); Silvia Wälchli (Kasse und Informatik, neu); Doris Schumacher(Organisation und Einsitz in der Dachorganisation VASOS, neu), Anna Stadelmann (Vertretungen in Seniorenrat, diversen Fachkommissionen usw., bisher), Ruth Bur (Vertretung von Pro Senectute mit beratender Stimme,

Quelle: Solothurner Zeitung vom 21.März 2012

Ein verlängertes leben sinnvoll leben

Referentin Heidi Witzig Historikerin

Graue Panther

Wie ältere Semester mit den "gewonnenen Jahren" einer längeren Lebenserwartung umgehen könnten, zeigte ein Referat vor den Grauen Panthern Solothurn auf.

von GUNDI KLEMM

Bis zur Umsetzung der AHV 1948 und auch noch darüber hinaus waren betagte Menschen, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten, überwiegend materiell abhängig von der nachfolgenden, jüngeren Generation.

Referentin Heidi Witzig, Historikerin und Buchautorin aus Winterthur, zeichnete ein Bild dieser Zeit, die viele Mitglieder der Grauen Panther - in den fünfziger Jahren noch junge Leute - gut in Erinnerung haben. Menschen im Lebensabend galten - mit wenigen Ausnahmen - nicht mehr viel in der tätigen Gesellschaft. «Wenn du alt bist, dann gib Ruhe», wurde selbstverständlich erwartet.


Dennoch gibt es Probleme
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern lag seinerzeit bei 67 Jahren, was nach der Pensionierung mit 65 Jahren einen kurzen Ruhestand bedeutete. Seither haben sich die Verhältnisse gewaltig geändert. Die Lebenserwartung ist für beide Geschlechter und insbesondere für Frauen deutlich angestiegen. Inzwischen haben sich zum Glück auch die Rahmenbedingungen nachhaltig verändert. Die «best» oder «golden agers» sind mehrheitlich monetär gut ausgestattet und höchst attraktiv für die Wirtschaft, wie Heidi Witzig temperamentvoll ihrer grossen Zuhörerschaft an Beispielen vor Augen führte. Ein Drittel der Pensionierten lebt von der AHV und beantragt deshalb Ergänzungs-leistungen, ein Drittel sei dank zusätzlicher Pensionskasse gut gestellt, und ein Drittel dürfe sich an viel Vermögen freuen, bezifferte die Referentin die finanzielle Ausstattung. Aber Probleme gebe es dennoch, sagte Witzig mit Blick auf «Zwei-Klassen-Medizin» und Entwicklung der Pflegekosten. «Mischen Sie sich deshalb in die Diskussion ein und wehren Sie sich gegen Zumutungen.»

Das Grossmütter-Manifest
Die Stellung der Frau verbesserte sich seit den 1970er-Jahren. Die Rollenverteilung in der Familie hat sich vorteilhaft verändert und billigt längst auch älteren Frauen Teilhabe an der Gesellschaft zu. Frühere Altersleitbilder entsprechen heutigen Lebensgewohnheiten nicht mehr. «Heute jedoch ist aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen gefordert», fasste Heidi Witzig die aktuelle Stossrichtung zusammen. Bei den jungen Alten werde sogar «eine Verpflichtung zu gemeinnützigen Einsätzen» postuliert. Eine lose Bewegung von rund 200 Frauen im Pensionsalter, darunter zahlreiche ehemalige Politikerinnen, trifft sich laut Referentin in regelmässigen Abständen, um über Altersbilder und über einen gemäss Manifest «gemeinsamen Aufbruch zu einem Alter in Würde und Freude» nachzudenken. Man müsse der Öffentlichkeit bewusst machen, wie ältere Menschen behandelt werden möchten. Individuell wolle man selbst definieren, wie man sich als Seniorin in die Gesellschaft einbringen und was man anbieten wolle: etwa Betreuung von Kindern, Enkeln und Angehörigen oder die gegenseitige Unterstützung alternder Frauen.

Grossmütter als Revoluzzer
Denn nicht alle bleiben bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig. Die «Grossmuetterrevolution» (s. Internet) mit Treffpunkt Zürich und Ablegern in der Romandie und im Tessin, die übrigens Förderung aus dem Migros-Kulturprozent erhält, möchte mit einer Zukunftskonferenz eine soziale und politische Diskussion anstossen, damit Frauen ihr Älterwerden nach eigenen Wünschen gestalten und sich rechtzeitig mit geeigneten Wohn- und Betreuungsformen auseinandersetzen können. Panther-Präsident Hans Christen nahm dies als Anregung auf, um demnächst in Gesprächskreisen Fragen zur letzten Lebensspanne zu erörtern. In der anschliessenden Aussprache hiess es, dass die oftmals mit Scham besetzte Beantragung von Ergänzungsleistungen vereinfacht werden sollte, da das jeweilige Einkommen der Steuerbehörde sowieso bekannt sei.

© Solothurner Zeitung ¦ Ausgabe vom 08. März 2012

Wer mit der Depression ringt

Graue Panther Wenn ein Zustand von Trauer, Energieverlust, Antriebs- und Freudlosigkeit über längere Zeit andauert, sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Oberarzt Christian Imboden von der Psychiatrischen Klinik stellte den Grauen Panthern Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten vor.


VON GUNDI KLEMM

Es ist ja nicht so, dass die Angehörigen der Grauen Panther und ihre Gäste, die den Saal im Volkshaus bis zum letzten verfügbaren Sitz füllten, kaum Ahnung von der Volkskrankheit Depression hätten. Ganz im Gegenteil, denn dazu tritt diese seelische Erkrankung in unterschiedlichster Ausprägung zu häufig auf. Jede sechste Person leidet irgendwann in ihrem Leben an Symptomen einer Depression. Diese äussert sich in vielfältigen Störungen im psychischen Bereich. «Wenn man sich morgens schon nicht aufraffen kann, wenn man sich selbst mit Grübeln quält, nachts nicht schlafen kann und an nichts mehr Freude hat, sollte ein Arzt aufgesucht werden», riet Mediziner Christian Imboden, der als Oberarzt der Abteilung Angst und Depression an der hiesigen Psychiatrischen Klinik tätig ist. In ihren Ursachen bezüglich biologischem, psychologischem und sozialen Anteil sei die Depression sehr intensiv erforscht, so Imboden. Zu nennen ist eine genetische Belastung, Schilddrüsenprobleme, die offenbar chemische Vorgänge im Gehirn beeinflussen können, Medikamente und lang anhaltende Schlafstörungen, die das Erkrankungsrisiko erhöhen und auch zu körperlichen Symptomen führen.

Was die einen aus der Bahn wirft
Psychologisch betrachtet sind nicht alle Menschen gleichermassen stressresistent: was den einen nicht aus der Bahn wirft, erschüttert den anderen bis ins Mark wie etwa Verlusterlebnisse, Mobbing, fehlende Anerkennung, Isolation, aber auch Migration oder Haft als soziale Gründe. Traumatisierungen durch Gewalt und sexuelle Übergriffe können depressive Reaktionen genauso begünstigen wie Bindungsstörungen in der Kindheit. Generell erkranken Frauen drei Mal häufiger als Männer, bei denen indes die Suizidrate höher ist. Übrigens: Depressionen im Alter sind nicht häufiger als in den übrigen Lebensabschnitten, nur die Risikofaktoren wie etwa Trauer über den Tod von Angehörigen nehmen zu.

Behandlung hilft
Festgestellt ist, dass gewisse Neurotransmitter wie Serotonin, die für die nervliche Signalübertragung im Hirn zuständig sind, bei depressiven Menschen gering sind. Die Medizin kann diesen Mangel durch die Gabe von Antidepressiva ausgleichen. In leichten Fällen genügt laut Referent schon Psychotherapie. Leider sei diese Krankheit deutlich «unterdiagnostiziert». Hier wäre eine soziale Entstigmatisierung hilfreich, denn immerhin jeder sechste Erkrankte hat sich bereits mit Selbstmordgedanken beschäftigt. Ein wichtiges Rezept, um im Alter die mentale Balance zu halten, bestehe in regelmässiger Bewegung. Schon eine halbe Stunde tägliches Spazierengehen und zwei Mal wöchentlich ein angepasstes Beweglichkeits- und Krafttraining brächten nachweisbare Effekte in Körper und Seele. Sportler kennen bekanntlich das Glückshormon, das als Folge des Trainings wie ein Stimmungsaufheller wirkt.

Im Anschluss vertiefte Julia Linder, Fachfrau bei Pro Senectute, die Ratschläge mit eingestreuten praktischen Beispielen, um bis hoffentlich ins hohe Alter dank regelmässigem Training leistungsfähig zu bleiben. Ab 70 Jahren nämlich nimmt die Kraft pro Jahrzehnt um 30 Prozent ab. Abschliessend warb sie für die eintägige Ausbildung zum «Bewegungscoach», die von Senioren absolviert werden kann, um Gleichaltrige fit zu halten.


© Solothurner Zeitung | Ausgabe vom 2. Febr. 2012

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